Thomas Hieke, Die Genealogien der Genesis, Herders Biblische Studien 39, Freiburg i. Br. u.a.: Herder, 2003. Pp. xii+420. ISBN 3-451-28206-2.

Auf dieser Seite möchte ich das Projekt "Die Genealogien der Genesis" ein wenig fortführen. Folgende Informationen, die über das gedruckte Werk hinausgehen, sind hier zugänglich:

bulletTextblätter und Schemata (Download von PDF-Dateien)
bulletEnglish Abstract
bulletDiskussion weiterer Literatur
bulletRezensionen

Diskussion weiterer Literatur (nach Erscheinen des Buches):

bulletGrundlegende Untersuchungen zur genealogischen Geschichtsdarstellung im "Katalog der Frauen" (Gynaikon Katalogos) und in den Megalai Ehoiai, zwei Hesiod zugeschriebenen, fragmentarisch erhaltenen Epen, die in einer Mischung aus Erzählstoffen und genealogischen Listen das "heroische" Zeitalter darstellen:

Martina Hirschberger, Gynaikōn Katalogos und Megalai Ēhoiai. Ein Kommentar zu den Fragmenten zweier hesiodeischer Epen (Beiträge zur Altertumskunde 198), München/Leipzig: K.G. Saur, 2004.

Richard Hunter (ed.), The Hesiodic Catalogue of Women. Constructions and Reconstructions, Cambridge: University Press, 2005.

bulletWorkshop an der Berliner Humboldt-Universität am Seminar für Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas (Juni 2004): Genealogie - Realität und Fiktion von Identität. Publikation der Ergebnisse im Internet:

Martin Fitzenreiter (Hg.), Genealogie – Realität und Fiktion von Identität (Internet-Beiträge zur Ägyptologie und Sudanarchäologie 5), Berlin: Humboldt-Universität, 2005, http://www2.hu-berlin.de/nilus/net-publications/ibaes5/publikation/ibaes5_genealogie.pdf.

Unter anderem ist hier auch ein Beitrag von Martin Stowasser, Die Genealogien Jesu im Evangelium des Matthäus und Lukas, zu finden.

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bulletLiteraturnachträge zur Rolle der Frauen im Buch Genesis:

Sharon Pace Jeansonne, Images of Rebekah: From Modern Perspectives to Biblical Portrayal, in: Biblical Research 34 (1989) 33-53.

Sharon Pace Jeansonne, The Women of Genesis. From Sarah to Potiphar's Wife, Minneapolis 1990.

Leider waren mir diese Titel zur Zeit der Abfassung meiner Studie nicht bekannt bzw. nicht zugänglich. Umso erfreulicher ist, dass sich die Ergebnisse hinsichtlich der eminent wichtigen Rolle der Frauen im narrativen (und genealogischen) System des Buches Genesis weitgehend übereinstimmen.

bulletDwight Wayne Young, The Step-down to Two Hundred in Genesis 11,10–25, in: ZAW 116 (2004) 323-333.

Die langen Lebenszeiten von Gen 5 und 11 sind in MT im Wesentlichen um die Zahlen 900, 600, 400 und 200 gruppiert. Die ersten drei dieser Zahlen sind augenscheinlich bearbeitet nach grundlegenden algebraischen Übungen in der sexagesimalen Mathematik Babyloniens, in welchen sie Produkte von 30 und 20 bilden. Dass des Autors Inspiration für das Schema aus dieser Mathematik kam, wird auch nahegelegt durch den Übergang von einer 400-Gruppe zu einer 200-Gruppe. Der überzeugendste Beleg dafür, dass 200 eine besondere Affininität zu größeren Zahlen hat, stammt aus einem aus der altbabylonischen Periode stammenden mathematischen Problem, in welchem die Kernzahl die sexagesimale 3,20 ist, das Äquivalent der dezimalen 200. Die dreifache Anwendung der 3,20 in diesem Problem legt die Möglichkeit nahe, dass der biblische Chronologe durch sie angestoßen wurde, ein triadisches Arrangement sowohl für die 400-Gruppe als auch für die 200- Gruppe zu schaffen.

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bulletDwight Wayne Young, The Sexagesimal Basis for the Total Years of the Antediluvian and Postdiluvian Epochs, in: ZAW 116 (2004) 502-527.

Die Gesamtzahl der Jahre der vorsintflutlichen und der beiden postulierten nachsintflutlichen Perioden sind vorgegebene Summen, die durch Gleichungen auf der Basis von grundlegenden Rechnungen babylonischer Mathematik gewonnen wurden. Die Unterschiede zwischen MT, Samaritanischem Pentateuch und LXX lassen vermuten, dass das ursprüngliche Konstrukt durch weitere Reflexion in einem sich fortsetzenden Prozess neu interpretiert wurde, doch deuten die Ähnlichkeit der sich ergebenden Gleichungen in allen drei Schemata darauf hin, dass sie von Personen derselben Geisteshaltung entwickelt wurden. Das einfachste Schema kann in den Zahlen des Samaritanischen Pentateuch für die vorsintflutliche Epoche gesehen werden. Das in den MT eingebettete Schema dieser Epoche zeigt dagegen subtile Verbesserungen und größere algebraische Komplexität durch die Einbeziehung der Zahl 256, eine bekannte pythagoreische Quadratzahl, die wieder in Summen auftaucht, die im Zusammenhang von Jakobs Tod im Samaritanischen Pentateuch und in LXX entstehen. Die Zahlen, die sich aus den wesentlichsten Elementen der grundlegenden sexagesimalen Problemstellungen, meist algebraisch in ihrem Wesen, entwickeln, wurden gewählt und kombiniert auf der Basis ihrer harmonischen, aus der Mathematik bekannten Zahlenrelationen. Dennoch beinhalten die biblischen Schemata keine gültigen sexagesimalen Rechnungen, sondern stellen nur harmonische Zahlen zusammen, die sie von unterschiedlichen, dem Autor/den Autoren nahe liegenden Problemen ableiten.

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bulletMelcher, Sarah J., Lacan, the Phallus and the Construal of Intergenerational Kinship in Genesis-Numbers, in: Sandoval, Timothy J./Mandolfo, Carleen (eds.), Relating to the Text. Interdisciplinary and Form-Critical Insights on the Bible, JSOT.S 384, London/New York: T&T Clark, 2003, 191-205.

S.J. Melchers Beobachtungen konvergieren weitgehend mit den Ergebnissen meiner Studie zu den "Genealogien der Genesis". Sie beleuchtet aus psychoanalytischer und anthropologischer Sicht die Rolle der Frauen im Tetrateuch sowie die Notwendigkeit eines männlichen Erben im patrilinearen System. Dieses grundsätzliche Erfordernis, für einen reibungslosen Übergang des Eigentums und des sozialen Status von einer Generation auf die nächste zu sorgen, habe auch die Erzählungen des Tetrateuch in erheblicher Weise geprägt.

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bulletRon, Zvi, The Genealogy of Moses and Aaron, in: The Jewish Bible Quarterly 31 (2003) 190-194.

Rons Studie ist ein auf rabbinischer und midraschischer Literatur beruhender Erklärungsversuch für die Stellung der Genealogie von Mose und Aaron in Ex 6. Die Genealogie des Mose kommt exakt an dem Punkt, ab dem sich Mose mit dem Volk Israel identifiziert bzw. sich als Teil dieses Volkes sieht und damit aufhört, negativ über seine "Brüder" zu sprechen.

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bulletHepner, Gershon, The Begettings of Terah and the Structure of Genesis and the Tetrateuch: A Zadokite Polemic, in: Revue Biblique 111 (2004) 31-60.

An analysis of the formula we'eleh tôledôt, "these are the begettings"; which appears 11 times in Genesis suggests that the pivotal patriarch in Genesis is Terah, the ancestor not only of Abraham but of all the four matriarchs, since the sixth time the formula appears is in association with his begettings. The formula appears a twelfth time in Num. 3: 1 where it denotes the begettings of Aaron and Moses. The fact that the first and last time the formula appears in Genesis links the begettings of the heavens and earth to those of Jacob highlights the importance of the Israelites. However, the fact that there is a twelfth citation of the formula in Num 3: 1 implies that the redactor of the Tetrateuch considered that the Aaronites who follow the Mosaic law facilitate the union of the heavens and earth implied by the first citation of the formula at the beginning of Genesis. Analysis of the use of the formula suggests that the Tetrateuch reflects the ascendancy of the Aaronites, possibly in pre-exilic times but more probably during the period of Aaronite ascendancy after the Babylonian exile.

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bulletBlenkinsopp, Joseph, The Pentateuch (AB Reference Library), New York: Doubleday, 1992.

Rob Kugler in seiner Rezension in der CBQ (s.u.) hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass auch Joseph Blenkinsopp in seiner Einleitung in den Pentateuch auf das Toledot-System des Buches Genesis hinweist. Blenkinsopp sieht hier (ähnlich wie schon Benno Jacob, S. Tengström, F.H. Breukelman u.a., siehe "Die Genealogien der Genesis", S. 241ff.) ein wesentliches Gliederungsprinzip des Genesis-Buches. Ich sehe mich durch seine Ausführungen, die mir bei Abfassung meines Buches nicht vorlagen, weitgehend bestätigt. Die Referenz auf das Werk von Joseph Blenkinsopp trage ich hiermit gerne nach.

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Rezensionen:

bulletUlrich Berges, in: Tijdschrift voor Theologie 44 (2004) 302.
bulletIrmtraud Fischer, in: Biblische Zeitschrift 49 (2005) 103-107.
bulletSimone Paganini, in: Rivista Biblica 53 (2005) 103-106.
bulletMatthias Köckert, in: Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft 117 (2005) 455-456.
bulletRob Kugler, in: The Catholic Biblical Quarterly 67 (2005) 689-691.

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